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Geschichte von St. Raphael


In den ersten Jahren nach Ende des 2. Weltkrieges kamen viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene aus den deutschen Ostgebieten Schlesien, Pommern und Ostpreußen - wie überall - so auch in Frankfurt an.

Die Wohnungsnot im stark zerbombten Frankfurt war  groß.  Es galt für Einheimische und Flüchtlinge Wohnraum zu schaffen. Das geschah u.a. auch auf dem fast völlig zerstörten, großen Gelände der ehemaligen Flakkaserne in Frankfurt–Hausen. In relativ kurzer Zeit  entstanden hier für viele tausend Frankfurter und Heimatvertriebene Wohnblocks und Einfamilien-Reihenhäuser. 


Ein großer Teil der neu Zugezogenen waren katholische Christen, die seelischen und kirchlichen Beistand suchten und zunächst von Pfarrer Nikolai in der auch zerstörten und notdürftig aufgebauten St.Anna Kirche in Frankfurt-Hausen betreut wurden.


Für die schnell immer größer werdende Anzahl Erwachsener und Kinder musste eine Lösung geschaffen werden. Ein Kindergarten und ein Pfarrsaal als Notkirche wurden geplant, kurzfristig gebaut und  1954 feierlich von Bischof Kempf eingeweiht. Für die neue Seelsorgestelle wurde der Name "St. Raphael" nicht ohne Grund gewählt: Hier, wo viele Flüchtlinge und Heimatvertriebene ein neues materielles Zuhause gefunden hatten, sollte  St. Raphael als Patron der Wanderer und Reisende ihnen auch eine seelische Heimat geben.


Für die neue Pfarrvikarie wurde Pfarrer Krieger beauftragt. Es entwickelte sich eine lebendige, offene Gemeinde mit sehr gut besuchten Messen und übervollen Festgottesdiensten, vielen aktiven Jugendgruppen und im Gemeindebereich und Kindergarten engagierten Erwachsenen. Der dringende Raumbedarf der schnell auf 2800 Seelen angewachsenen Gemeinde konnte durch die Errichtung einer Baracke und der Aufstellung eines Eisenbahnwagens nur wenig gemildert werden.


Nachdem Pfarrer Nikolai aus Altersgründen designierte und  Pfarrer Krieger neue Aufgaben in Neuenhain  bekam,  übernahm   Pfarrer Zervas 1973 die beiden Gemeinden St. Raphael und St. Anna, musste sie aber aus Gesundheitsgründen schon 1975 an Pfarrer Gruber übergeben. Dieser verfolgte weiterhin zielstrebig den notwendigen Bau eines neuen Gemeindezentrums und den Umbau der Kirche in St. Raphael mit dem Erfolg, das nach 17 monatiger Bauzeit und mit 2 Millionen DM Baukosten die feierliche Einweihung am 20. Mai 1979  durch Bischof Kempf erfolgen konnte.  Erstaunlich  war,  wie die erhebliche finanzielle  Eigenbelastung von rund 100000 DM für die Inneneinrichtung des Zentrums und der Kirche von den Gemeindemitgliedern, meist kinderreichen Familien mit eher geringem Einkommen, in relativ kurzer Zeit durch Spenden aufgebracht wurde.


Das von Pfarrer Gruber propagierte Motto  „Wer mitmacht erlebt Gemeinde", sowie die erfolgreiche Arbeit der pastoralen Mitarbeiter und vieler aktiver Gemeindemitglieder trugen dazu bei,  das neue Gemeindezentrum  mit Leben zu füllen und sinnvoll zu nutzen.


Nach  11 Jahren verabschiedete sich Pfarrer Gruber, um neue Aufgaben in der Krankenhaus-Seelsorge zu übernehmen.


Pfarrer Weis übernahm nun die beiden Gemeinden. Mit neuen Schwerpunkten in Liturgie, Erwachsenen- und Jugendarbeit ging die Gemeindearbeit zunächst erfolgreich weiter, jedoch wurden schon bald die Nachteile der demografischen Entwicklung deutlicher.

     

Viele herangewachsene Jugendliche, bisher wichtige Stützen im Gemeindegeschehen, zogen aus beruflichen oder familieren  Gründen weg. Neu hinzugezogene katholische Christen zeigten eine erkennbare Distanz zur Kirche. Die Anzahl der Gottesdienstbesucher wurde deutlich geringer - eine Entwicklung die sich nicht nur auf St. Raphael beschränkte.

 

Um hier und dem stärker werdenden Priestermangel entgegen zu steuern, wurde zu Beginn der neunziger Jahre vom Bistum durch die neue Pastoralstruktur und Personalplanung (PPP) eine stärkere Kooperation in Richtung Großraumpastoral angestrebt. Ein Weg, an dessen Ende die Zusammenlegung von Gemeinden steht, wie es auch am 1. Januar 2003  in der Fusion mit St. Anna geschehen ist. In unserem Fall geschah dies noch freiwillig durch eigene Entscheidung und für weitere zwei Jahre mit finanziellen Vorteilen für den Haushalt. Spätere Fusionen anderer Gemeinden wurden durch die Bistumsleitung angeordnet.


Nach fast 18 Jahren verließ Pfarrer Weis, inzwischen auch Priesterlicher Leiter des Pfarrverbandes Nidda, der Vorform des heutigen Pastoralen Raumes West, die Gemeinde St. Anna–St. Raphael,  um neue Aufgaben in Lahnstein zu übernehmen.

 

Nach 19 monatiger Vakanz, in der  die Gemeinde St. Anna–St. Raphael ohne Pfarrer auskommen musste, kam Pfarrer Diehl,  der sich nach anerkannt guter Arbeit leider nach neuneinhalb Jahren in den Ruhestand zurückzog.


Zwischenzeitlich hat Pfarrer Daniel als neuer Leiter des Pastoralen Raumes West seinen Dienst angetreten. Er hat nun die verantwortungsvolle Aufgabe, aus den Gemeinden Frauenfrieden, St. Elisabeth, St. Antonius, St. Anna-St. Raphael und Christ König die neue Gemeinde St. Marien, eine "Gemeinde neuen Typs", zu gestalten.

                                                                                                                                                      Günter Dill     


Fotogalerie:



Grundsteinlegung









 

 

 

 

Wandmalerei Erzengel Raphael



















Zeichnung Gelände St. Raphael


 

 

 

 

 





 

Kirchenfenster
  

 

 

 

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